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Apotheke

Arzneimittelherstellung

Die Apotheke des Nordwest-Krankenhauses Sanderbusch hat in ihrer über 50-jährigen Geschichte immer Arzneimittel in größerer Zahl hergestellt.

Während in den Notzeiten nach dem Kriege schlichtweg die Notwendigkeit bestand, Arzneimittel selbst herzustellen um einen Krankenhaus-Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu können, wurde die Eigenherstellung in der Folge vorwiegend aus Gründen der Kostenersparnis betrieben. Besonders interessant war die Herstellung von Infusions- und Injektionslösungen. Die Jahresproduktion belief sich auf über 80.000 Flaschen.

Heute ist die Eigenherstellung nur noch bei bestimmten Produkten rentabel. Die Apotheke des Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch stellt daher fast nur noch solche Arzneimittel her, die z. B. wegen ihrer kurzen Haltbarkeit oder zu geringem Umsatz von der Industrie nicht angeboten werden.

Die Herstellung von Arzneimitteln erfolgt entweder in Form einer Einzelrezeptur oder als Kleincharge. Die Herstellung von Arzneimitteln in der Krankenhaus-Apotheke erfolgt grundsätzlich unter den gleichen Bedingungen und mit den gleichen Qualitätsansprüchen wie in der Industrie. Das bedeutet, dass alle eingesetzten Rohstoffe auf Identität und Reinheit geprüft werden bzw. zertifiziert sind.

Für jedes Produkt existiert eine Herstellungsanweisung und jeder verwendete Wirk- und Hilfsstoff sowie alle wesentlichen Herstellungsschritte werden dokumentiert. Das Endprodukt wird einer Qualitätskontrolle unterzogen und darf erst nach Freigabe durch einen Apotheker abgegeben werden.

Das bedeutet, daß alle eingesetzten Rohstoffe auf Identität und Reinheit geprüft werden bzw. zertifiziert sind.

Einen breiten Raum nimmt heute die Herstellung von anwendungsfertigen Zytostatika und Mischlösungen für die intravenöse Ernährung ein.

Sterillabor

Die Apotheke des Nordwest-Krankenhauses verfügt über ein hochmodernes Sterillabor. Das Labor wurde erst 2014 neu gebaut. Hier werden jährlich ca. 13.000 sterile Einzelarzneimittel herstellt. Dabei handelt es sich vorwiegend um Zytostatika und Antikörper für onkologische Patienten, daneben  auch um Arzneimittel zur Behandlung der Multiplen Sklerose, von rheumatischen Erkrankungen und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.  Jedes Arzneimittel wird individuell für den einzelnen Patienten „maßgeschneidert“ hergestellt. Der Herstellungsprozess unterliegt strengsten Sicherheitsregeln. Alle Schritte werden genau dokumentiert. Die Apotheker arbeiten mit Ärzten und Pflegenden eng zusammen und nehmen auch an klinischen Visiten in der Onkologie teil.