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Untersuchungsmethoden

Herzkatheter

Linksherzkatheteruntersuchungen mit direkter Darstellung der Herzkranzgefäße werden vorwiegend in enger Kooperation mit der dem Hause angegliederten Kardiologischen Praxis und dem Reinhard-Nieter-Krankenhaus in Wilhelmshaven  durchgeführt. Außerdem arbeiten wir eng mit den Herzzentren in Oldenburg, Bremen und Bad Oeynhausen zusammen.

Eine Herzkatheter-Untersuchung dient am häufigsten der Darstellung der Herzkranzgefäße. Hierfür ist das Einspritzen von Kontrastmitteln über den Katheter erforderlich.

Sie wird auch zur Diagnostik vor operativen Eingriffen am Herzen angewandt z. B. vor einer Bypass- oder Herzklappenoperation.

Man unterscheidet zwischen Rechtsherzkatheter (venöser Katheter) oder Linksherzkatheter (arterieller Katheter). Eine Sonderform des Rechtsherzkatheters ist der Einschwemmkatheter.

Beim Linksherzkatheter wird ein dünner Kunststoffkatheter über eine Schlagader in der Leistengegend oder vom Arm aus unter Röntgenkontrolle gegen den Blutfluss in die linke Herzkammer eingeschoben. Das Einspritzen von Kontrastmittel macht die einzelnen Herzpartien im Röntgenbild sichtbar. Über speziell geformte Katheter werden außerdem die aus der Schlagader abgehende linke und rechte Kranzarterie sondiert und ebenfalls mit Kontrastmitteln dargestellt.

Wird eine Verengung der Herzkranzgefäße festgestellt, so wird in Abhängigkeit vom klinischen Bild, im gleichen Arbeitsgang auch versucht, die Verengung mit einem speziellen Ballonkatheter wieder auzudehnen (sog. PTCA). Meistens wird dabei auch ein sogenannter Stent eingeführt, damit das Gefäß besser offen bleibt.

Es lassen sich allerdings nicht alle Gefäßverengungen mit einem Ballonkatheter aufdehnen. Ebenfalls abhängig vom klinischen Bild ist gelegentlich auch eine Bypass-Operation erforderlich. Diesbezüglich arbeiten wir eng mit der Herzchirurgie des Klinikums Oldenburg zusammen.

Beim Rechtsherzkatheter wird das Untersuchungsgerät an der Leiste oder in der Ellenbeuge über die jeweilige Vene in die rechte Herzkammer geschoben. Hier können seltenere Erkrankungen des rechten Herzens oder auch bestimmte Herzfehler genauer untersucht werden.

Einschwemmkatheter
Wenn in dem Katheter ein Ballon integriert ist, schwimmt dieser im Blutstrom mit und findet so automatisch den Weg durch das rechte Herz zur Lungenschlagader. Dieses Verfahren nennt man auch Einschwemmkatheter. Mit dieser Methode können Druckwerte im Lungenkreislauf ermittelt sowie Blutproben zur Bestimmung der Sauerstoffsgehaltes entnommen werden. Daraus kann der Arzt Aufschluss über die Funktion des Herzens und der Herzklappen gewinnen. Oft wird der Einschwemmkatheter mit einem Belastungstest (Pedaltreten im Liegen) verbunden. So kann die Leistungsfähigkeit des Herzens unter körperlicher Anstrengung kontrolliert werden. Diese Untersuchung findet ohne Röntgendurchleuchtung und ohne Kontrastmittelgabe statt.